
Luftbild von Wilhelmshausen
Die Geschichte Wilhelmshausens ist eng mit einem Kloster verbunden, das um 1150 vom Mainzer Erzbischof und Reichskanzler unter dem deutschen König Konrad III. (1138 – 1152) als Frauenkonvent vermutlich des Benediktinerordens gegründet wurde.
Im Jahr 1293 wurde das Nonnenkloster aufgelöst und als Zisterzienserkloster weitergeführt. (Kloster Walshausen, auch Walleshausen, Walshusen, Wahlehusen).
Die Klosterkirche St. Maria, eine romanische, dreischiffige kreuzförmige Basilika mit Querschiff und drei Apsiden wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut.
Als Folge der Reformation wurde auch das Kloster Walshausen um 1527 aufgehoben.
Aus dem Mönchskloster wurde eine Ordensgemeinschaft für adlige Damen. Im Jahr 1572 wurde der Klosterbesitz, man schätzt ca. 700 Morgen Land und Wiesen beiderseits der Fulda, von Landgraf Wilhelm IV. von Hessen neuverteilt.
8 Ackermänner und 12 Kätnerfamilien erhielten Land in der „Dorfschaft Wilhelmshausen“.
Die alten Klostergebäude und weitere Häuser in der Umgebung wurden 1891 durch ein großes Feuer vernichtet. Auch die Kirche wurde zerstört und konnte erst 1893 wieder neu eingeweiht werden.
„Nach und nach ist dieses Dorf, das von Anfang nur von 12 Meiern und 14 Kötnern bewohnt wurde, bis zu 60 Wohnhäusern angewachsen: worin im Jahr 1789
| 58 Männer | 78 Weiber |
| 82 Söhne | 5 Knechte |
| 57 Töchter | 9 Mägde |
In Summa 289 Menschen lebten. Von denen folgende sich von Handthierungen oder Ackerbau oder Tagelohn nährten.
| 3 Schneider | 2 Müller |
| 1 Wirth | 2 Wagner |
| 1 Faßbinder | 2 Schmiede |
| 1 Knopfmacher | 22 Ackerleute |
| 2 Garnhändl |
Quelle: Martin, Johann Christian, a.a.O. S. 92 f.
Nachdem Wilhelmshausen zunächst zum Kreis Hofgeismar gehörte, wurde das Dorf 1867 in den Landkreis Kassel eingegliedert.
Für die weitere Entwicklung des Ortes waren der Bau einer Wehr- und Schleusenanlage im Zuge der Fuldakanalisierung 1893 und die Einrichtung einer Eisenbahn-Haltestelle im Jahr 1909 von besonderer Bedeutung.
Heute ist der bäuerliche Charakter des Dorfes weitgehend verloren gegangen. Wilhelmshausen ist vor allem eine Arbeiterwohngemeinde. Beim Zusammenschluss zählte Wilhelmshausen 755 Einwohner.
Weitere Ausführungen zur Geschichte Wilhelmshausens findet man unter anderem in:
Hütteroth, Oskar, Die Reinhardswalddörfer Holzhausen, Knickhagen, Wilhelmshausen, Cassel 1911
850 Wilhelmshausen 1150 – 2000, Ein Dorf im Wandel der Zeit, Kuratorium der Wilhelmshäuser Vereine, 2000

