
Luftbild Ihringshausen
In einer Schenkungsurkunde König Heinrich III. (1039 -1056) wird Ihringshausen 1043 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der König übergibt einem Kaplan Arnold das Gut „Iringeshusun in pago Hassie“ zu seinem Eigentum. Ob hier aber bereits eine größere Ansiedlung bestand ist nicht überliefert. Die Ortsbezeichnung besteht aus den Teilen „Ihringes“ und „husun“, wobei der erste Teil auf einen Namen „Iring“, der zweite „-husun“ auf Hausen hinweist.
In der Siedlungsgeschichte unterscheidet man 4 Siedlungsperioden. Die 2. Siedlungsperiode erstreckte sich vom 4. bis 8. Jahrhundert. Endungen wie -dorf, -heim, -bach und -hausen weisen auf Gründungen in dieser Periode hin. Bodenfunde, die in den 1930er Jahre bei Braunkohlenabbau gemacht wurden weisen darauf hin, dass bereits in der Jüngeren Steinzeit (Ende 1500 v. Chr.) und in der sog. Hallstattzeit (800 – 400 v. Chr.) Menschen in der Ihringshäuser Gemarkung gelebt haben.
Einige wenige urkundliche Erwähnungen in den folgenden Jahrhunderten sind von geringerer Bedeutung.
1527 erfolgte nach der Synode von Homberg auch in Ihringshausen der Glaubenswechsel. Ihringshausen wurde evangelisch.
Lange gehörte Ihringshausen kirchlich zu Wolfsanger. Aufgrund der kirchlichen Aufsicht über das Schulwesen mußten die Ihringshäuser Kinder auch nach Wolfsanger in die Schule gehen. Als im 30-jährigen Krieg das Schulgebäude in Wolfsanger zerstört wurde, konnten die Ihringshäuser Kinder im Ort die Schule besuchen, denn der Schweinehirt stellte in seinem Haus einen Raum zur Verfügung. 1663 wurde dann das erste Schulgebäude errichtet.
1572 wird erstmalig ein Kirchengebäude erwähnt. Die heutige evangelische Kirche wurde in den Jahren 1737/38 erbaut.
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts lag das Dorf abseits aller Verkehrswege. Nur einige Fußwege führten in das Dorf. Das änderte sich erst als Kurfürst Wilhelm I. veranlasste, eine Landstraße von Kassel über Ihringshausen nach Veckerhagen zu bauen (1790 – 1800). Auf ihr konnten zunächst bis 1899 Postkutschen fahren; ab 1927 fuhren hier Busse der Reichsbahn später dann Postbusse. Die ursprünglich schlechte Verkehrssituation war so wesentlich verbessert.
In einer Dorfbeschreibung aus dem Jahre 1788 kann man lesen:
“Das dorf ist von mittlere Größe und enthält 59 Bauern-Wohnungen, das Schul-, Hirten- und Spritzen-Haus..... Die Seelen-Liste vom Jahr 1787 giebt die Zahl der Menschen folgender Maase an
| 63 Männer | 77 Weiber |
| 92 Söhne | 69 Töchter |
| 1 Geselle | 11 Mägde |
| 4 Knechte |
„27 dieser Familien beschäftigten sich mit dem Ackerbau und landwirtschaft. 29 Köther- und Beisitzer-Haushaltungen schafften ihren Lebensunterhalt durch Tagelohn. Nur folgende trieben Handthierungen 4 Schneider, 2 Schmidte, 5 Leinweber, 1 Wirth.“
Martin, Johann Christian, a.a.O. S.297 f.
| Die Entwicklung der Einwohnerzahlen | ||||
| 1585 | 1747 | 1885 | 1961 | 1970 |
| 29 Haushaltungen | 58 Haushaltungen | 811 Einw. | 4424 Einw. | 5719 Einw. |
| 807 evangelisch (99,51 %) | 3353 evangelisch (80,31 %) | |||
| 4 katholisch (0,49 %) | 4 katholisch (14,13 %) |
Quelle: Hessisches Ortslexikon www.lagis-hessen.de
Mehr erfährt man über die Geschichte von Ihringshausen in der Chronik von: Johannes Bickel, Ihringshausen – Die Geschichte eines Kasseler Vorortes, o.O. 1960

