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 Dennis Wagner, Leipziger Str. 404, 34260 Kaufungen                                                 

image002.jpg (20161 Byte)-         theoretische Grundlagen und Einblicke

in die praktische Umsetzung

an der Grundschule Simmershausen

Inhaltsverzeichnis

I           Theoretische Grundlagen

  I. 1  Vorbemerkungen                                                                                   S.   1

I. 1.1 Projektmethode                                                                                       S.   1

I.1.2 Open-Space                                                                                              S.   2

  I. 2 Die Ideenwerkstatt- Ziele und Chancen                                                  S.   3

 

 

II          Praktische Umsetzung

  II.1  Die methodische Vorgehensweise mit Einblicken                                S.   5

          in die „2. Runde" einer  Ideenwerk statt zum Thema  

 „Die Welt in der wir leben" an der Grundschule Simmershausen

II. 2  Abschlussbemerkungen / persönlicher Ausblick                                       S. 11

 

III        Quellenverzeichnis                                                                                      S. 12

 

Theoretische Grundlagen

I. 1  Vorbemerkungen

 

Um Schüler zu mündigen Bürgern zu erziehen, ist es - dem Verständnis einer zeitgemäßen Arbeit in Schulen entsprechend- notwendig, eine Unterrichtskultur auszubilden, die Partizipation zulässt. Kinder müssen lernen (Mit-) Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen, sich für ihre Interessen einzusetzen und den Schulalltag (mit-) zu gestalten.  

Dies ist schon in der Grundschule möglich. Eine neuere Partizipationsmöglichkeit stellt die von Achim Kessemeier und Hartmut Wedekind entwickelte Ideenwerkstatt dar.[1]

Die Ideenwerkstatt ist eine Methode, die sich an der Projektmethode sowie dem Open Space orientiert.

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 I. 1.1 Projektmethode[2]

 Ursprünglich entstammt das Wort „Projekt" vom Lateinischen „projicere" und bedeutet voraus werfen, entwerfen, planen, sich vornehmen.

Das Projekt stellt nach Klafki eine der vier Grundformen von Unterricht dar. Diese fand Anfang der 1980er Jahre verstärkt Einzug in den Schulen und wollte dem Übermaß an Frontalunterricht entgegensteuern.

Meist handelt es sich bei einem Projekt um ein Vorhaben mit größerem Planungsaufwand, das eine Lerngruppe gemeinsam bewältigen will. Die gemeinsame Planung sowie die Entwicklung von Unterricht durch die Beteiligten sind hierbei bedeutsam. Im Gegensatz zu den anderen Unterrichtsformen, hat das Projekt „die geplante Veränderung und Überwindung von Unterricht durch Unterricht zum Gegenstand."[3] Ein besonderer Unterschied dieser Form zu anderen Methoden liegt in dem Verhältnis zwischen dem Lehrer und den Schülern. Hierbei gilt der Lehrer nicht als Vermittler vorgegebener Inhalte, sondern beide besitzen (fast) dieselben Rechte.

Karl Frey hat den Begriff der Projektmethode geprägt[4].

Frey versteht hierunter eine Form der lernenden Betätigung, wobei der Ausgangspunkt beliebigen Inhalts sein kann und nicht unweigerlich problemhaltig sein muss[5].

Nach Frey ist entscheidend, „dass sich die Lernenden ein Betätigungsfeld vornehmen, sich darin über die geplanten Betätigungen verständigen, das Betätigungsgebiet entwickeln und die dann folgenden verstärkten Aktivitäten im Betätigungsgebiet zu einem sinnvollen Ende führen. Oft entsteht ein vorzeigbares Produkt."[6]

 I. 1.2 Open Space[7] 

Die Großgruppenmethode Open-Space (10 bis 1000 Teilnehmer) wurde von Harrison Owen im Jahre 1985 in den USA entwickelt und ist inzwischen weltweit verbreitet.

Obwohl diese Methode über einen längeren Zeitraum (mehrere Tage) angewendet werden kann, gibt es weder vorgegebene Tagesordnungspunkte noch festgelegte Referenten oder vorgegebene Aufgaben. Ein Open Space beginnt immer im Kreis mit der Einführung des Verfahrens. Anschließend soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem persönliche Anliegen oder aber komplexe Fragen gemeinsam, selbst organisiert und selbst verantwortet bearbeitet werden können. Hierfür werden zu einem Oberthema Unterpunkte gesammelt, zu denen sich die Teilnehmer freiwillig und selbst bestimmt zuordnen können. Die Arbeit an den Themen wird protokolliert und den anderen Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Wenn mit den Ergebnissen gemeinsam weitergearbeitet werden soll, schließt an die Gruppenarbeitsphase die so genannte Konvergenzphase (Handlungsplanung) an.

Beim Open Space werden die Teilnehmer von dem „Gesetz der Mobilität" (auch „Gesetz der zwei Füße" genannt) geleitet. Dieses betont die Selbstverantwortlichkeit (jeder muss für sich selbst überprüfen, ob er in der Gruppe etwas beitragen bzw. lernen kann) und ungezwungene Bewegungsfreiheit (jeder kann die Gruppe nach Belieben wechseln).

Außer diesem Gesetz gelten noch die folgenden vier Prinzipien:

-    Wer immer kommt, ist gerade die richtige Person (d.h. es geht beispielsweise nicht um Sympathien oder die Stellung der Teilnehmenden)

-     Was immer geschieht: Es ist das Einzige, das geschehen konnte (Offenheit für alles, was passiert)

- Es beginnt, wenn die Zeit reif ist

- Vorbei ist vorbei - Nicht-vorbei ist Nicht-vorbei

 I.2     Die Ideenwerkstatt- Ziele und Chancen [8] 

Die Ideenwerkstatt will den Schülern, dem Grundgedanken der Partizipation entsprechend, ermöglichen, eigene Vorstellungen, Ideen und Wünsche unter Selbstbestimmung des Themas und der möglichen Vorgehensweise kreativ mit in das Schulleben einzubringen.

Anders als beim auch heute noch oftmals eher lehrerzentrierte Unterricht an Schulen[9], arbeiten die Schüler im Rahmen einer Ideenwerkstatt handlungsorientiert. Der Unterricht spricht vielfältige Sinne an, was ein notwendiges Gegengewicht zu dem überwiegend kognitiv angelegten Frontalunterricht darstellt.

Durch die weitgehend eigenständige Planung des Vorgehens sowie die Realisierung des Projekts, schulen die Schüler ihre Selbstständigkeit und ihre Kreativität. Sie tragen Verantwortung für ihr Handeln und organisieren Abläufe selbst.

Die Schüler können interessengeleitet lernen (wobei sich das Interesse auch erst bei der Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand entwickeln kann) und ihre Stärken in die Gruppe einbringen. Dies fördert die Motivation, sich mit dem Lerngegenstand auseinanderzusetzen.

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Außerdem sind derart erzielte Lerneffekte vielschichtiger und tiefer gehender und werden Forschungsergebnissen zu Folge besser behalten.

Während der Arbeitsprozesse werden kooperatives und demokratisches Lernen gefordert und gefördert, in dem sich die Schüler mit Gruppenmitgliedern absprechen und im Team zusammen arbeiten müssen.  

Durch die eigenständige zielgerichtete Planung (Ideenwerkstätten sind nämlich ausdrücklich nicht ziel- oder planlos) erfahren die Schüler ihre eigene Bedeutung im Lernprozess, in dem sie nicht nur vorgegebene Handlungsschritte des Lehrers ausführen.  

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Dies kann zu einem neuen Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler führen. Der Lehrer nimmt nun nicht nur eine belehrende oder bewertende, sondern je nach Gruppengröße und   -zusammensetzung eine eher beratende und beobachtende Funktion ein und kann als nahezu gleich"wertiger" Partner angesehen werden, der möglicherweise gemeinsam mit dem Schüler lernt.  

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Eine Ideenwerkstatt ist sowohl prozess- als auch produktorientiert, d.h. es steht nicht nur das Endergebnis im Mittelpunkt, sondern es werden der gesamte Arbeitsprozess und das Produkt bewertet.

II      Praktische Umsetzung

II.1 Methodische Vorgehensweise mit Einblicken in die „2. Runde" einer Ideenwerkstatt zum Thema „Die Welt in der wir leben" an der Grundschule Simmershausen                                                    

 Vorbemerkungen

Im Rahmen von Ideenwerkstätten wird den Schülern Raum gegeben, sich gemeinsam, kreativ und frei mit einer Fragestellung auseinanderzusetzen. Damit sich die Kinder hierauf einlassen können, folgt die Ideenwerkstatt einem klar vorstrukturierten Rahmen, der sich an der methodische Vorgehensweise des Open Space (s.o.) orientiert und den ich im Folgenden darstellen werde.  

Dabei stütze ich mich einerseits auf die Informationen des Seminars von Herrn Kessemeier  „Kinder reden mit- gemeinsam Schule gestalten, Partizipation in der Grundschule" im Sommersemester 2007 sowie auf Fachliteratur[10], andererseits auf meine Hospitation bei dem zweiten bis vierten Tag  einer Ideenwerkstatt, die in der Zeit vom 11. 06 bis 15. 06. 2007 in der Grundschule Simmershausen durchgeführt wurde.  

Da die Schüler innerhalb einer Ideenwerkstatt ihrem individuellen Arbeitstempo und der eigenen Planung entsprechend arbeiten können, befanden sich die verschiedenen Gruppen an meinen Hospitationstagen an sehr unterschiedlichen Stellen im Arbeitsprozess. Um dies nachvollziehbar schildern zu können, wäre nicht nur eine Unterteilung in Tage, sondern auch nach Arbeitsgruppen notwendig.

Da sich außerdem die strukturellen Vorgaben während der Arbeitsphase (hier 2., 3. und 4. Werkstatttag) stark ähneln, habe ich mich aufgrund der besseren Übersichtlich- und Nachvollziehbarkeit dazu entschieden, keine Unterteilung in die einzelnen Tage vorzunehmen, sondern die 2. Runde in ihrer Gesamtheit zu dokumentieren.

Zum Ablauf

Zu Beginn[11] einer Ideenwerkstatt haben die Teilnehmer auf dem so genannten Marktplatz bei einem Kreisgespräch die Möglichkeit, ein gemeinsames Vorhaben bzw. Diskussionsthemen unkritisiert zu artikulieren und verschriftlichen.  

Die übrigen Teilnehmer (hier Mitschüler) ordnen sich dann in der ersten Runde (ihren persönlichen Vorlieben folgend) den vorgeschlagenen Unterpunkten eines Oberthemas zu. 

Das Oberthema „Die Welt in der wir leben" der hier dargestellten Ideenwerkstatt, war sehr weitläufig gewählt, so dass die Kinder nicht in ihrer Kreativität eingeschränkt wurden.                                                       

  Während dieser Phase folgen die Schüler dem Grundsatz der Freiwilligkeit und dem „Gesetz der Füße".

 

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Dies bedeutet, dass die Kinder die gewählte Arbeitgruppe jederzeit verlassen können, ohne sich damit intensiv auseinanderzusetzen (Schmetterlinge), oder aber sich eine zeitlang auf ein Thema einlassen, um sich anschließend bei einer anderen Gruppe aktiv einzubringen (Hummeln). Schon zu diesem Zeitpunkt können die Kinder sich aber natürlich auch nur mit der ausgewählten Thematik auseinandersetzen und während der gesamten Arbeitszeit in einer Gruppe mitarbeiten (Ameisen).

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 Durch diese Grundregeln ist zum einen gewährleistet, dass die Schüler verschiedene Arbeitsgruppen kennen lernen können, wenn sie sich über die Themenwahl noch unsicher sind, zum anderen arbeitet so in jeder Gruppe nur derjenige mit, der sich wirklich aktiv an der Arbeit beteiligen möchte.

Leider konnte ich die Ideenfindungsphase des ersten Tages nicht miterleben, war aber am zweiten Tag überrascht von der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit der zu bearbeitenden Themen.An die erste Gruppenarbeitsphase schließt sich dann vor Beginn der zweiten Runde wieder ein Treffen in der Großgruppe auf dem Marktplatz an. Hier ordnen sich die Kinder nun verbindlich einem Thema zu, an dem sie im weiteren Verlauf der Werkstatt (hier 3 Tage) arbeiten wollen, wodurch das „Gesetz der Füße" seine Gültigkeit verliert.   Nach dem gemeinsamen Einstieg (Begrüßung) am Marktplatz konnten die Kinder in ihren festen Gruppen gleich mit der Arbeit beginnen.  

Am Anfang entwickelten sie Strategien für das weitere Vorgehen. Den verschiedenen Themen (z.B. Kassel, Natur und Tiere, Weltall, Europa, Fahrzeuge) und den geplanten Umsetzungsmöglichkeiten entsprechend, war dies sehr unterschiedlich.  

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Einige Gruppen nutzten zunächst Erfahrungen aus ihrer Lebensumwelt und begannen den eigenen Vorstellungen entsprechend zu basteln oder malen und nutzten erst später Informationsquellen.  Andere Gruppen sichteten und sammelten zunächst Informationen, schafften sich also nötiges Hintergrundwissen.

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 Hierfür hatten sie vielfältige Quellen zur Verfügung. Während einige Kinder überwiegend Bücher verwendeten, nutzten andere (auch) den Computer für ihre Recherche.  

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Hierbei wurde „quasi nebenbei" ein Beitrag zur Medienkompetenz der Schüler geleistet.

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Möglich war dies durch die Ausstattung der Grundschule Simmershausen mit einem Computerraum mit Internetzugang.

Ich war überrascht, wie selbstverständlich die Kinder diese Möglichkeit annahmen und wie geübt sie im Umgang mit dem Internet waren.

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Die Kinder benötigten nur wenige Hilfestellungen oder Hinweise, wie sie die Fülle von Informationen für sich nutzen können. Bei der Auseinandersetzung hiermit, berücksichtigten einzelne Gruppen von Anfang an die mögliche Form einer Präsentation. So konnte ich Gruppen beobachten, die bereits am zweiten oder dritten Tag Plakate oder großformatige Überschriften gestalteten.

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 Diese Zielorientierung war beispielsweise bei der Gruppe „Natur und Tiere" zu beobachten, die neben einer dreidimensional gestalteten Landschaft m Verlauf der Arbeit auch ein Rätsel anfertigte. Gerade hier war dies sinnvoll, da das selbst gewählte Thema immer noch sehr weit läufig war und ohne die konkrete Zielvorstellung des Rätsels eine „Verzettelung" denkbar gewesen wäre.

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Zum Teil brachten die Kinder die benötigten Materialien (vor allem Bücher und Figuren) von zu Hause mit, bei den Bastelarbeiten und einigen Themen, die auch im regulären Unterricht behandelt werden, griffen sie aber auch oder ausschließlich auf die in der Schule vorhandene Materialien zurück (z.B. Europakarte).  

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Besonders spannend war es zu beobachten, wie unterschiedlich sich die Kinder mit ihren gewählten Themen auseinandersetzten. So gab es Kinder die Wandplakate gestalteten, eigene Geschichten, Rätsel oder Informationstexte verfassten oder Zeichnungen anfertigten.

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 Außerdem gab es viel Raum für die manuelle und kreative Betätigung. Zwei Kinder aus der Gruppe „Fahrzeuge" konstruierten beispielsweise 2 komplette Tage lang Kraftfahrzeuge mit Fischertechnik und setzten sich dabei und anschließend intensiv mit technischen Phänomenen auseinander.

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Gleichzeitig zeichneten andere Gruppenmitglieder Autos ab oder bereiteten ein Wandplakat mit zahlreichen farbigen Abbildungen vor.  

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Besonders kreativ waren auch die Kunstwerke, die Kinder aus der Gruppe „Kassel" –angelehnt an die derzeitige Documenta- erstellten.

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 Anhand dieser Beispiele kann man auch erkennen, wie unterschiedlich die Arbeit in sozialer Hinsicht organisiert war. Während sich manche Kinder die Aufgaben (wie zuvor dargestellt) aufteilten, haben andere Gruppen in Teams oder während der gesamten Arbeitszeit in der Kleingruppe gearbeitet. 

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Den Ablauf der Schulvormittage (und auch mögliche Hausaufgaben) organisierten die Kinder während der „zweiten Runde" selbst, so dass beispielsweise einige Schüler Pausen machten, während andere Schüler weiterarbeiteten.

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Dies führte zu einer sehr angenehmen und ungezwungenen Arbeitsatmosphäre. Vermutlich wurde diese Atmosphäre auch noch durch  die geeignete Gestaltung der Lernumgebung unterstützt.

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 Natürlich gab es auch Kinder, die sich während des Schulvormittags  häufiger eine Pause gönnten.

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Doch auch diese Schüler haben die Möglichkeit der „Auszeit" nicht überstrapaziert, sondern nach einiger Zeit weiter gemeinsam mit den anderen Gruppenmitgliedern an ihrem Thema gearbeitet.

 Die einzigen zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben stellten während dieser Arbeitsphasen der gemeinsame Einstieg und Abschluss am Marktplatz dar. Dieser war während der gesamten Werkstattarbeit Treffpunkt für die Großgruppe und diente dem Erfahrungs- und Ideenaustausch. Hierbei wurden Zwischenergebnisse präsentiert, um anderen Gruppen möglicherweise Orientierungsmöglichkeiten zu bieten oder Tipps zu geben, bzw. um von den Ergebnissen anderer Gruppen zu profitieren. Außerdem konnten hier die Kinder am Ende eines Arbeitstages mitteilen, was sie gelernt haben und was ihnen besonders gut gefallen hat. Eine Orientierung bot ihnen hierbei der Tagebuchbericht, den sie täglich verfassten.

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Am Ende der Ideenwerkstatt findet eine Präsentationsphase[12]statt, zu der auch Gäste (z.B. andere Klassen oder Eltern) eingeladen werden können. Diese dient der Würdigung von Geleistetem.

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II.2  Abschlussbemerkung / persönlicher Ausblick

Im Vorfeld meiner Hospitation an der Grundschule Simmershausen konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Ideenwerkstatt in der Praxis tatsächlich umsetzbar ist. Ich hätte nicht mit derart ergiebigen Arbeitsphasen sowie abwechslungsreichen und meines Erachtens nach hochwertigen Arbeitsergebnissen gerechnet. Stattdessen hatte ich vermutet, die Schüler würden die Freiheiten „ausnutzen" und wenig bis gar nicht arbeiten. Auch hatte ich erwartet, dass es keine Kinder geben würde, die freiwillig und zwanglos Geschichten schreiben oder Informationstexte für ihre Mitschüler erarbeiten, während sie auch hätten malen oder basteln können. Ganz im Gegenteil zu meinen Vorstellungen, konnte ich miterleben, wie die Kinder Verantwortung für ihre Projekte trugen und die Thematiken um ihrer selbst willen und nicht für Lehrer oder Noten bearbeiteten. Ich war über die Ausdauer der Schüler überrascht, so dass Kinder phasenweise konzentrierten arbeiteten, als ich dies während meiner Schulpraktika bei Frontalarbeitsphasen erlebt hatte.

Faszinierend war auch zu erleben, wie stolz die Kinder auf ihre Arbeitsergebnisse waren und mit welcher Sorgfalt sie diese für die Präsentation vorbereiteten.

Trotzdem denke ich, dass eine Ideenwerkstatt nicht in allen Klassen derart reibungslos verlaufen würde. Dies setzt meines Erachtens nach voraus, dass die Schüler schon im Vorfeld in offenen Unterrichtsformen allmählich zum selbstständigen Lernen hingeführt wurden. So müssen sie beispielsweise bereits wissen, wie sie Informationen beschaffen, sichten und ordnen können. Manchen Kindern fehlt ohne entsprechende positive Erfahrungen vielleicht auch das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit, welches sie benötigen, um sich auf die Herausforderung einzulassen, eigene Lernwege ohne direkte Vorgaben und Hilfestellung des Lehrers zu bestreiten. 

Auch soziales Lernen muss vermutlich schon häufig in verschiedenen Unterrichtssituationen stattgefunden haben, bis die Kinder gelernt haben, andere Meinungen zu tolerieren, Gesprächsregeln auch ohne unmittelbare Kontrolle des Lehrers einzuhalten und kooperativ zusammenzuarbeiten.

Dies alles sind vielleicht auch Gründe, warum ich zuvor noch nie eine Ideenwerkstatt (als Hochform selbstständigen Lernens!) in der Schulpraxis erleben konnte.

 

Mich persönlich hat das Konzept der Ideenwerkstatt fasziniert und überzeugt und deshalb hoffe ich, nach der ersten Phase meiner Lehrerausbildung diese Moderationsform einmal selbst mit meinen eigenen Schülern anwenden zu können.

 

 

 

IV. Quellenverzeichnis

 

Karlheinz Burk/Angelika Speck-Hamdan/Hartmut Wedekind(Hrsg.):Kinder beteiligen- Demokratie lernen, Bd.116, Arbeitskreis Grundschule e.V. Frankfurt/M, 2003.
Karl Frey: Die Projektmethode. Der Weg zum bildenden Tun. Weinheim / Basel, 1982

 

 

Internetadressen:

 

http://www.uni-kassel.de/fb1/burow/

http://www.sowi-online-Methodenlexikon

http://www.visionenundwege.de/mainframe_leer.htm?submenu_moderation.htm+moderation/open_space.html

http://www.oesi.de/projekt1.html#1

http://widawiki.wiso.uni-dortmund.de/index.php/Projektmethode

http://de.wikipedia.org/wiki/Projektunterricht


 

[1] Vgl. http://www.hessen.ganztaegig-lernen.de/Hessen/Berichte/Referenzschulen%20(1)/Partizipation%20(1).aspx

[2] Vgl. zu diesen Ausführungen auch http://widawiki.wiso.uni-dortmund.de/index.php/Projektmethode. Anm.: Da diese Methode auch über den Rahmen von Schule hinausgehen kann, spricht Frey bewusst nicht Projektunterricht.

[3] http://www.oesi.de/projekt1.html#1

[4] Anm.: Natürlich wurde er von Vorbildern beeinflusst, hat aber eine Neukonzeption geboten. Frey selbst betont, dass die Ursprünge im amerikanischen Pragmatismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts liegen.

[5] Dies stellt den großen Unterschied zu anderen Definitionen wie etwa von Gudjons und Hänsel dar.

[6] Frey, Karl,1982, S. 11

[7] Vgl. hierzu http://www.uni-kassel.de/fb1/burow/ und http://www.visionenundwege.de/mainframe_leer.htm?submenu_moderation.htm+moderation/open_space.html

[8] Vgl. Zu diesen Ausführungen http://www.hessen.ganztaegig-lernen.de/

[9] So stellt beispielsweise empirischen Untersuchungen zu Folge (nach Petri), liegt der durchschnittliche Anteil des Projektlernens am gesamten Unterricht (aller Schulformen) nur bei etwa 0,5%. Auch wenn dieser Anteil in der Grundschule als größer eingeschätzt werden kann, stellt auch hier der Projektunterricht häufig noch eine Ausnahme dar. Vgl. http://www.oesi.de/projekt1.html#1

[10] Vgl. Zu diesen Ausführungen http://www.hessen.ganztaegig-lernen.de und www. sowi-online-Methodenlexikon

[11] Außerhalb des Schullalltages besteht vor der eigentlichen Durchführung der Ideenwerkstatt zunächst ein Vorlauf, bei dem von einer oder mehrere Person/en ein Problem / eine Fragestellung thematisiert wird. Wenn die Bereitschaft besteht, sich hierauf einzulassen, können der Zeitpunkt und der Ort der Durchführung festgelegt werden. Anschließend werden entweder mögliche Beteiligte gezielt eingeladen oder aber die Einladung wird offen gestaltet. Dies ist nicht unmittelbar auf die Schule übertragbar, da in dem hier dargestellten Rahmen der Durchführungsanlass, Zeit und Ort durch die Schule vorgegeben wurden.

[12] Die hier dargestellten Fotos stammen nicht vom Präsentationstag, sondern vom Vortag. Dennoch wollte ich an dieser Stelle einige fertig gestellten Arbeitsergebnisse dokumentieren.